VORSCHAU
Bei allen Wanderungen außer Hessenpark und
Heilklimapark werden Wanderstrecken, Zeiten und Schwierigkeitsgrad
in enger Zusammenarbeit abgestimmt.
06. 10. 2007 | Durch den Wald und über die römische Grenze
SCHMITTEN. Am Anfang steht die Frage nach der Ausrüstung. Rucksack? Trinkflasche? Lunchpaket? Schuhe? "Ich habe schon erlebt, dass Kinder in den Hausschuhen loslaufen wollten", sagt Klaus Mäurer, ehrenamtlicher Naturparkführer. Doch die Viertklässler der Carl-Orff-Schule in Rodgau-Jügesheim, die sich an diesem trüben Morgen vor dem Eingang der Jugendherberge Oberreifenberg sammeln, beantworten alle vier Fragen mit einem vielstimmigen Ja. Gleich drei Klassen wollen sich auf den immerhin 11,2 Kilometer langen Weg zur Saalburg machen. Deshalb teilt sich Mäurer die Arbeit mit Tanja Schuch und Wolfgang Rinner. Alle drei haben sich über Pflanzen, Tiere und Geschichte des Taunus sowie in Erster Hilfe ausbilden lassen. Vor fünf Jahren wurden sie nach erfolgreicher Schulung freigesprochen - seither gibt es die Wanderführer im Naturpark Hochtaunus.
Schon kurz nach dem Start hält Mäurer die erste Herausforderung für die Schulkinder bereit. Über die Skipiste am ehemaligen Posterholungsheim geht es in steilem Anstieg bergauf. Oben angekommen, erklärt er, warum die Bäume am Waldrand Äste bis hinab zum Boden haben, während sie im Innern des Waldes nur eine grüne Krone tragen. Der einzeln stehende Nadelbaum in der Nähe entpuppt sich als Fichte, die zusammen mit der Buche den Taunus prägt. Tannen hingegen sind eher selten, und Mäurer verrät den Kindern, wie sie ihre Eltern beim nächsten Spaziergang an der Nase herumführen können. Denn wenn der Vater einen vermeintlichen Tannenzapfen aufhebe, stamme er ganz sicher von einer Fichte: nur diese verliere ihre hängenden Zapfen, während die der Tanne aufrecht stünden und nicht herunterfielen.
Schulkinder stellen den größten Teil der Wanderführer-Kundschaft. 40 Klassen haben deren Dienste im vergangenen Jahr in Anspruch genommen - so viele Wanderungen gab es 2004 insgesamt. Die Nachfrage nach geführten Touren ist seit den Anfängen gestiegen, und Mäurer schätzt, dass dieses Jahr etwa 80 zusammenkommen, obwohl außer auf Faltblättern kaum Werbung dafür gemacht wird. Er und seine Kollegen werden für Familienfeiern gebucht oder Silberhochzeiten, von Vereinen oder Seniorengruppen und nicht zuletzt von Unternehmen. Weil sich beim Laufen die Gruppe leichter durchmische, sei eine dreistündige Wanderung besser für die "Teambildung" als ein Aufenthalt im Lokal, sagt Mäurer.
Die von den Führern erläuterten Themen sind sehr unterschiedlich und reichen von den Kelten und Römern bis zu der Erzgewinnung oder den Mühlen. Die Spuren der Geschichte queren auch die Schüler aus Rodgau auf ihrer Tour. Nach nur wenigen Schritten in den Wald hinein erfahren sie, dass sie gerade den Limes überschritten haben und ins Römische Reich eingedrungen sind. Mäurer hat Gelegenheit, das Interesse der Zehnjährigen mit Erzählungen von verlorenen Schlachten zu wecken, nach denen sich die Römer auf die 550 Kilometer lange Linie mit ihren 900 Wachtürmen zurückgezogen hätten. Wenig später führt ein 200 Jahre alter Grenzstein in die jüngere hessische Geschichte.
Bei älteren Schülern lässt das Interesse an derartigen Ausflügen meist nach, auch wenn die Wanderführer auf den Lehrplan Rücksicht nehmen und zum Beispiel die ökologischen Funktionen des Waldes erläutern können. Silke Kettner, die neue Geschäftsführerin des Naturparks, will auch jüngere Kinder gerne stärker auf spielerische Art an die Natur heranführen. Schmecken, Fühlen, Hören und Sehen könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch eine spannende nächtliche Fledermaus-Tour kann sie sich vorstellen. Dafür würden allerdings zusätzliche Wanderführer benötigt. Von den 33, die vor fünf Jahren freigesprochen wurden, sind noch 22 für den Naturpark tätig. Weil sie die graue Jacke und den roten Rucksack von einem Freizeit- und Sportausstatter gestellt bekamen, mussten sie sich für vier Jahre verpflichten.
Doch nicht jeder findet auf Dauer Zeit für dieses Ehrenamt. Außerdem ist das Durchschnittsalter mit etwa 60 Jahren hoch. Kettner hofft daher, dass sich junge Leute und Studenten melden, wenn einmal eine neue Schulung angeboten wird. Halte. die Nachfrage an, sei ein weiterer Ausbildungsgang nötig.
Die geführten Wanderungen sind für die Geschäftsführerin ein Mittel der Besucherlenkung im zweitgrößten hessischen Naturpark, der mit seiner Lage im Ballungsraum eine Sonderrolle einnimmt. Außerdem gelte die alte Regel: "Man kann nur schützen, was man kennt."
Neben den frei buchbaren Touren gibt es zwischen Mai und Oktober auch feste Termine. Start ist jeweils auf dem Marktplatz des Hessenparks bei Neu-Anspach. Die letzte Wanderung in diesem Jahr zum Thema "Unser Baum" beginnt am Sonntag um 11 Uhr. Eine Anmeldung ist beim Taunus Touristik Service (0 60 81/ 68 84 40) nötig. An verschiedenen Orten im Taunus starten außerdem Wanderungen, bei denen Förster, Geologen, Historiker oder andere Spezialisten ein Fachgebiet näher bringen – im Oktober und November etwa die Pilze im Wald. Informationen hierzu gibt es auf der Internetseite www.naturpark-hochtaunus.de oder unter der Telefonnummer 0 60 81/44 21 30.
08. 03. 2007 | Geführte Wanderungen mit den Naturpark-Führern
HOCHTAUNUS. Die Wanderführer des Naturparks Hochtaunus bieten auch in diesem Jahr wieder geführte Wanderungen an. Diese beginnen immer um 11 Uhr an sieben Sonntagen zwischen dem 15. April und 7. Oktober. Start und Ziel ist nach Angaben des Kreises der Marktplatz des Freilichtmuseums Hessenpark (Treffpunkt: Taunus Tourist-Info). Die Teilnahme an den Wanderungen ist kostenlos; ein Anmeldung ist jedoch erforderlich (Naturpark Hochtaunus, Telefon 06081/442130, wanderfuehrer@naturpark-hochtaunus.de oder Taunus Tourist-Info im Hessenpark, Telefon 06081/688440, ti@taunus-info.de).
Einen Flyer mit der Beschreibung aller Wanderungen und weiteren nützlichen Informationen gibt es bei der Taunus Tourist-Info im Hessenpark. Diese hat täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Die derzeit 33 ehrenamtlichen Naturpark-Wanderführer, die seit 2002 ausgebildet werden, kann man zum Pauschalpreis von 50 Euro auch für private Termine buchen. Im Jahre 2004 wurden die Wanderführer mit dem Saalburgpreis für Geschichte und Heimatkunde des Hochtaunuskreises ausgezeichnet.
Die Ausbildung der Wanderführer wird von der Naturparkverwaltung sichergestellt. Angeboten werden Grundausbildung und Weiterbildung. Die Grundausbildung vermittelt die Naturpark-Idee und die wichtigsten Informationen über die Lebensräume mit ihrer Fauna und Flora im Naturpark. Der Lehrplan ist standardisiert, um einen gleichen Ausbildungsstand aller Wanderführer zu erreichen. Nach erfolgreicher Ausbildung wird jedem Wanderführer jährlich eine Plakete verliehen.
14. 10. 2005 | Zusammenarbeit mit Reisebüro
Wanderungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Reisebüros (Falkenstein – Saalburg)
14. 10. 2005 | Betriebsseminare – und/oder Ausflüge
Betriebsausflug noch im Oktober 2005 (Feldberggebiet)
14. 10. 2005 | Themenwanderungen ab Hessenpark
23. Oktober 2005 ausgehend vom Hessenpark
Wanderung mit dem Thema: Holzwirtschaft „Unser Baum“, Dauer ca. 2 Std., Start am Büro des TTS um 10.00 Uhr
14. 10. 2005 | Wandertage mit Schulklassen
Schulwandertage noch im Oktober 2005 (Start und Ziel: Hohemark)
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